Montag, 20.März 2017
Die International Week begann (ehrlich gesagt) ein bisschen langweilig, der Vormittag bestand aus diversen Vorträgen und Informationsveranstaltungen, wo wir ziemlich viele Sachen gehört haben, die wir nach fast drei Monaten hier schon wussten (Welcher Bus fährt in die Innenstadt? Wo kauft man die Tickets? Welcher Supermarkt ist am billigsten?), aber ja, das waren halt Informationen für die gerade angekommenen Gäste.

Insgesamt hatten wir Veranstaltungen dieser Art bis ca. 16h, unterbrochen von diversen Kennenlern- und Ice Breaker Spielen ( – Volksschullehramt, ich kann mich nur wiederholen 😂), was nach einiger Zeit ein bisschen ermüdend wurde…
Linda und ich hatten uns freiwillig gemeldet, den Gästen das norwegische Bildungssystem  zu erklären, was dann zu diversen, wirklich interessanten Diskussionen über die verschiedenen Ansichten zu Bildungssystemen und Lehr-/Lernmethoden geführt hat.
Von 16h bis 18h hatten wir dann “Pause”, die wir in unserem Lieblingskaffee am Campus – Bokkaffeen – verbracht haben und dann war es Zeit für das International Dinner!

Die Universität (die anscheinend hier sehr großzügig mit Sponsering von Veranstaltungen umgeht!) hatte ein Buffet organisiert, an dem wir uns gratis die Bäuche vollschlagen konnten und dann waren da natürlich noch unsere Kuchen… 😍

IMG_3810

Das Dekorationsteam hatte ebenfalls großartige Arbeit geleistet, jedes Land war in der Dekoration vertreten. Nach dem Essen gab es verschiedene Aktivitäten, vom Lernen landestypischer Tänze über Quizzes bis zu einer unglaublich tollen Live-Performance von Marie, Mary und Daniela (sie haben sich innerhalb einer Woche ein Mash-Up von verschiedenen Liedern ausgedacht und dann performt!).

Nach dem Ablauf des Programms haben wir schnell zusammengeräumt und dann wurden wir vom Shuttle nach Hause gebracht, wo wir, nachdem wir 14 Stunden auf der Uni verbracht hatten, ins Bett gefallen sind.

Dienstag, 21.März 2017
Für Dienstag wurde uns der Besuch einer “Naturschule” angekündigt und… ich weiß ja nicht, woran ihr denkt, wenn ihr “Naturschule” hört, ich habe mir auf jeden Fall irgendetwas mit Bäumen und Klettermöglichkeiten vorgestellt.
Nein. Naturschulen in Norwegen (oder zumindest diese hier) sind am Meer gelegen!

IMG_3838

Ich hab also schön blöd geschaut, als es dann auf einmal hieß, dass wir Krabbenfischen gehen würden …
Nach einer kurzen Erklärung wurden uns dann gleich einmal Schwimmwesten umgeschnallt und so schnell konnten wir gar nicht schauen, waren wir schon (bei strömendem Regen!) in einem Boot inmitten des Meeres (oder eines Fjordes? Ich bin mir da nie so sicher…).

Als wir dann zu einer roten Boje gelangt waren, mussten wir mit einer Art Haken, der auf einem Holzstab befestigt war, die Netze einholen, eines davon konnte sogar ich hinaufziehen und – siehe da – wir hatten einige Krabben und sogar zwei Fische gefangen!

Zurück an Land wurde der Fisch dann vor unseren Augen geköpft (Ja, es war grauslich, aber auch irgendwie cool, das schlagende Herz des Fisches außerhalb des Körpers zu sehen…) und für den Grill vorbereitet.

IMG_3906

Erinnert ihr euch, als ich von meinem super Flohmarktschnäppchen, einer wasserfesten Hose, erzählt habe? Naja… es stellte sich heraus, dass sie nicht wirklich wasserdicht war (was der Grund dafür sein könnte, dass sie so billig war …), also hab ich 6 Stunden bis auf die Knochen nass verbracht – nicht gerade ideal, muss ich zugeben. 😅

Nach einer kurzen Kaffeepause wurde uns dann das Prinzip dieser Naturschule erklärt:
Die Lundsvågen Naturskole ist keine Schule, die Kinder täglich besuchen, sondern es gibt von Montag bis Freitag je eine Gruppe von 5 Burschen, die in ihrer Stammschule große Probleme haben (oder auch verursachen) und deswegen einen Tag pro Woche hier verbringen.
Hier wird kein Augenmerk auf das typische “Fächer lernen” gelegt, sondern mehr auf das Verhalten und körperliche Arbeit.
Die Schüler, die diese Schule besuchen, sind für die Krabbennetze verantwortlich, lernen ein Boot zu bedienen und Fische zu filletieren. Dies gibt ihnen die Möglichkeit einerseits herauszufinden, was sie eventuell später aus ihre Leben machen wollen und andererseits eine “Ablenkung” vom täglichen Schulleben, es hilft ihnen, durch die restliche Schulwoche zu kommen, ohne zu große Probleme zu bereiten.

Anschließend bekamen wir eine Führung durch das Aquarium auf dem Gelände, das auch von den Schülern betreut wird und wir konnten Seesterne, Seeigel, Krabben und Seegurken ganz aus der Nähe betrachten und sogar halten.

img_3915.jpg
Danach ging es zurück auf die Boote und ab auf eine Insel in Sichtweite, die ebenfalls zum Schulgelände gehört (?!?!!!) und auf der im Sommer Camps für Regelschulen angeboten werden, sowie Kurse zum Kajak fahren etc.
Trotz immer noch strömenden Regens haben wir uns auch Kajaks ausgeliehen und sind eine Runde gefahren. Da das meine erste Erfahrung mit so einem kleinen Boot war, war ich ein bissi nervös (wie das wackelt!!!), aber hatte dann trotzdem großen Spaß.

Zurück auf dem Festland war unser Ausflug auch schon wieder vorbei und wir haben uns auf den Rückweg gemacht.
Im Studentenheim hab ich mich sofort aus meinem nassen Gewand geschält und bin direkt in die Sauna gegangen, ich glaub das hat mir eine Erkältung erspart! 😄

Mittwoch, 22.März 2017
Dieser Tag wurde von den Leuten aus dem Kurs “Outdoor Education” organisiert, also sind wir gleich in der Früh in den Wald hinter der Universität spaziert, wo dieser Tag stattfinden sollte.

Begonnen haben wir mit einem Spiel namens “Catch the Flag” – hierfür wurden wir in vier Teams eingeteilt und je ein Team musste die “Flagge” des anderen Teams stehlen, die Spieler mussten sich zwischen dem Verteidigen ihrer Flagge und dem Versuch die Flagge des gegnerischen Teams zu erobern aufteilen.

Als nächstes hatten die Studenten einen “Kletterpark” vorbereitet – nur mit Seilen, die zwischen Bäumen gespannt waren. Die Aufgaben hier waren verbunden mit gutem Balancegefühl und einigem an Kraft und Vertrauen in Mitmenschen.

Zu Mittag durften wir dann ein Lagerfeuer bauen und bekamen Würstel, Steckerlbrot und Marshmellows zum Grillen.

Dann gab es eine Reihe von Vertrauensübungen und diversen Spielen, wir mussten Dinge balancieren, rückwärts laufen und viele andere lustige Sachen machen.

IMG_3999

Um zwei Uhr sind wir zurück zur Uni marschiert und da wir in der Früh Umziehsachen in den Spinden vom Fitnesscenter eingesperrt hatten, konnten wir nun dorthin gehen und uns umziehen.

Wir haben im Bokkaffeen Mittag gegessen und dort gewartet bis es Abend wurde, denn um 19h gab es im “Folken” eine Gratisvorstellung des Comediens Julien S. Bourrelle zum Thema  “Cracking the Norwegian Code” – er selbst ist Kanadier und vor ein paar Jahren nach Norwegen gezogen und hat hier begonnen die “Eigenheiten” der Norweger zu beobachten.
Norweger sind sehr bedacht darauf, den anderen Leuten ihre Freiheiten zu lassen, das heißt, sie meinen es nicht böse, dass sie nicht grüßen oder generell lieber alleine im Bus sitzen – sie wollen damit nur niemanden belästigen. 😄

IMG_4077

Donnerstag, 23.März 2017
Am Donnerstag gab es für uns Aktivitäten in der Universität: Wir probierten verschiedene Experimente aus (Veranschaulichung von Erosion, indem wir 10 Zuckerstückchen in einem Glas schüttelten und nach immer einer Minute eines heraus nahmen), lernten wie man Bäume mit einer Holzlatte misst, spielten mit inneren Organen aus Plastik und lauter solche Sachen. 🙂😄

Später sind wir zurück ins Studentenheim gefahren und haben uns nach einem Nickerchen fertig gemacht, da in der Stadt eine Silent Disco sein würde und wir, da das viele noch nicht kannten, unbedingt hinwollten.
Um 8 haben wir uns zu einer Runde Kings (ein Trinkspiel 😄) getroffen und um 10 auf den Weg in die Stadt gemacht.
Die Silent Disco war wirklich lustig, wenn auch ein bisschen anders als bei uns. Bei uns bekommt man Kopfhörer und kann zwischen zwei Stationen “switchen”. Hier gibt es drei Stationen und die Kopfhörer leuchten in der ensprechenden Farbe, je nachdem welche Station du gerade hörst. Wir haben so viel getanzt wie lang nicht mehr und nachdem die Veranstaltung “schon” um 1 Uhr vorbei war, sind wir in einen anderen Club weitergezogen.


Unser ursprünglicher Plan war es bis 5:45 durchzuhalten, weil da der erste Bus gehen würde, wir haben jedoch dann gegen 4 aufgegeben und ein Taxi genommen.
Um 4:30 war ich dann im Bett. Mein Wecker war auf 6 gestellt … 😂

Freitag, 24.März 2017
Erstes Weckerläuten: 6:00. Zweites Weckerläuten: 6:15. Drittes Weckerläuten: 6:30. Viertes Weckerläuten: 6:45. – VERDAMMT, ich wollte duschen.

Durch irgendein Wunder im Raum-Zeit-Kontinuum hab ich es zwischen 6:45 und 7:00 geschafft mich zu duschen, zu föhnen und zu schminken.
Gefrühstückt und dann ab in den Shuttle.

Die Aufmerksamkeit in der Uni an diesem Tag tendierte gegen null, da ein großer Teil meines Kurses auch in der Silent Disco gewesen war und wir alle vor uns hin dösten.

Zurück im Studentenheim haben wir  gegen den Schlaf gekämpft (und gewonnen), am Abend Pizza gemacht und dann sind wir alle sehr früh schlafen gegangen. 😄

Advertisements